Die Learnings meiner letzten Luxushochzeit

Harte Erfahrung, gute Ernte

In meiner neuen Podcastfolge von Wedding Confessions nehme ich dich mit hinter die Kulissen meiner letzten Luxushochzeit. Es war ein Destination Wedding Weekend im Mai, wunderschön, aufwendig, komplex, anstrengend, marketingtechnisch extrem wertvoll und gleichzeitig ziemlich lehrreich. Sagen wir es so: Es war eine harte Erfahrung, aber auch eine gute Ernte.

Und genau darum geht es im Hochzeitsbusiness immer wieder. Von außen sieht eine Luxushochzeit oft einfach nur schön aus. Location, Design, Outfits, Gäste, Fotografie, Video, Details, Prunk, Champagner und vielleicht sogar ein bisschen Hollywood-Vibe. Aber hinter den Kulissen ist es Business. Es ist Projektmanagement, Teamführung, Psychologie, Krisenmanagement, Kommunikation, Logistik, Timing, Druck und Verantwortung.

Bei dieser Hochzeit war es besonders komplex, weil wir nicht nur für das Brautpaar und seine Gäste gearbeitet haben. Wir haben gleichzeitig an unser eigenes Marketing gedacht, an den Real Styled Shoot, an PR, an Content und an das, was später aus dieser Hochzeit entstehen kann. Dazu kam, dass das Brautpaar selbst eine sehr starke Außenwirkung wollte. Es ging also nicht nur um eine schöne Hochzeit, sondern auch um Inszenierung, Wirkung und fast ein bisschen Hollywood-Star-Energie.

Lauter Paparazzi all over the place.

Learning 1: Bridezilla-Momente unemotional führen

Wenn ein Brautpaar, eine Braut oder auch ein Bräutigam in einen Bridezilla-Moment kippt, dann musst du lernen, damit unemotional umzugehen und, wenn nötig, klar zu führen. Ja, es ist ihr Tag. Natürlich. Es ist ihre Hochzeit, ihre Once-in-a-lifetime-Experience, ihr Moment, ihr Investment und ihre Emotion. Aber es ist auch dein Tag, denn jeder Tag, den du lebst, ist dein Tag. Es ist dein Leben, deine Energie, dein Selbstwert und deine Selbstliebe.

Nur weil jemand heiratet, bedeutet das nicht, dass er oder sie einen Blankocheck hat. Du darfst ruhig bleiben, freundlich bleiben, professionell bleiben und trotzdem klar sagen, wenn eine Grenze überschritten wird. Gerade im Hochzeitsbusiness verwechseln viele Dienstleister:innen Service mit Selbstaufgabe. Sie denken, sie müssen immer lieb sein, immer nachgeben, immer alles möglich machen und immer Verständnis haben.

Premium-Service bedeutet aber nicht Selbstaufgabe. Premium-Service bedeutet Führung. Und Führung heißt manchmal auch, ruhig und klar zu sagen: „Ich verstehe, dass die Situation emotional ist. Trotzdem ist es wichtig, die Kommunikation auf einem positiven Level zu behalten. Wir gehen das jetzt Schritt für Schritt an.“

Das ist kein Drama. Das ist kein Machtkampf. Das ist Selbstführung.

Learning 2: Vehementer Nein sagen

Das Brautpaar hat einen Dienstleister eingebracht, den wir nicht kannten und der die Sprache unseres Teams nicht gesprochen hat. Ich habe es zugelassen, weil es einen kulturellen Hintergrund hatte und das Brautpaar diesen Aspekt in der Hochzeit widerspiegeln wollte. Trotzdem war es ein hartes Learning.

Ich war vor Ort die Einzige im Team, die eine der Sprachen dieses Dienstleisters gesprochen hat. In einer ohnehin komplexen Hochzeitssituation bedeutet das: Jede Korrektur, jede Anweisung, jede Misskommunikation und jeder Stressmoment landet bei dir. Und genau das kostet Energie, Zeit und Fokus.

Bei uns war es so, dass die Zeremonie fast nicht zustande gekommen wäre, weil dieser Dienstleister nicht optimal geliefert hat. Und dann musst du korrigieren, während die Uhr läuft, während das Team weiterarbeiten muss, während das Brautpaar Erwartungen hat und während du innerlich denkst: Okay, wow, das hätte ich verhindern müssen.

Das Learning ist klar: Wenn ein Brautpaar einen unbekannten Dienstleister einbringen möchte, der nicht zu deinem Team, deinem Ablauf, deiner Sprache oder deinem Qualitätsanspruch passt, dann darfst du nicht aus Nettigkeit nicken. Dann musst du führen. Denn am Ende fällt es auf dich zurück.

Learning 3: Nicht übermütig rennen

Ich bin bei Hochzeiten voller Adrenalin. Ich sehe etwas, ich renne los. Ich sehe ein Problem, ich springe hin. Ich sehe eine Lücke, ich bin schon da. Literally Wonderwoman. Und tja, dieses Mal war das Ergebnis ein Wadenmuskelriss.

Ich musste mitten in den Vorbereitungen ins Krankenhaus. Während einer Luxushochzeit.

Aber weißt du, was das Gute daran war? Ich habe gemerkt, dass mein Team mich gar nicht so sehr braucht, wie ich immer denke. Das war vielleicht das schönste Learning. Es ist trotzdem alles gut gelaufen. Mein Team hat funktioniert, übernommen, weitergemacht und geliefert.

Für dich als Hochzeitsdienstleister:in ist das ein riesiges Learning: Dein Körper ist Teil deines Business. Deine Energie ist Teil deines Business. Deine Gesundheit ist Teil deines Business. Wenn du in der Hochsaison komplett ausbrennst, dich verletzt, dich übergehst, nie isst, nie trinkst, nie sitzt und nie Pause machst, dann ist das nicht professionell. Das ist gefährlich.

Und ja, ich sage das auch zu mir selbst: Nicht übermütig rennen.

Learning 4: Das Team früher und intensiver briefen

Einige im Team waren neu. Andere waren kurzfristig involviert. Das bedeutet automatisch Mehraufwand, weil jede Person, die neu in ein komplexes System kommt, erst verstehen muss, wie dieses System funktioniert. Bei einer Luxushochzeit reicht es nicht, dass jemand „eh weiß, wie Hochzeiten funktionieren“. Das ist zu wenig.

Eine Luxushochzeit ist eine eigene Welt. Jeder Ablauf, jede Erwartung, jede Kommunikationslinie, jede Rolle, jedes Timing und jede kleine Entscheidung hat Bedeutung. Wenn du auf mehreren Ebenen arbeitest, also für das Brautpaar, für die Gäste, für dein Marketing, für PR, für die Außenwirkung des Brautpaars und für den Real Styled Shoot, dann muss das Team noch klarer verstehen, was wichtig ist.

Ein gutes Briefing bedeutet nicht nur: Wer ist wann wo? Es bedeutet auch: Warum ist das wichtig? Was ist das Ziel? Welche Wirkung soll entstehen? Wo sind die Risiken? Wer entscheidet was? Welche Dienstleister:innen brauchen besondere Aufmerksamkeit? Welche Szenen müssen unbedingt eingefangen werden? Welche Bereiche sind für das Brautpaar wichtig und welche für Marketing oder PR?

Das ist der Unterschied zwischen einem Ablaufplan und echter Teamführung.

Learning 5: Teamwork ist alles

Teamwork ist alles. Und ich meine damit nicht dieses nette „Teamwork makes the dream work“, das man irgendwo auf eine Kaffeetasse druckt. Ich meine echtes Teamwork. Menschen, die sich nicht nur als gebuchte Dienstleister:innen sehen, sondern als Teil des Ganzen.

Bei dieser Hochzeit hat uns das Catering enorm geholfen, Lücken zu füllen, die durch einen anderen Dienstleister entstanden sind. Genau solche Momente zeigen dir, mit wem du wirklich arbeitest. Es gibt Dienstleister:innen, die sagen: „Nicht mein Problem.“ Und es gibt Dienstleister:innen, die sagen: „Okay, was brauchen wir, damit die Hochzeit funktioniert?“ Mit den zweiten willst du arbeiten. Immer.

Luxus ist auch, wenn hinter den Kulissen Menschen arbeiten, die Verantwortung übernehmen. Luxus ist, wenn dein Team ruhig bleibt, wenn es schwierig wird. Luxus ist, wenn Dienstleister:innen mitdenken, statt sich wegzuducken. Luxus ist, wenn alle verstehen: Wir kreieren hier gemeinsam eine Once-in-a-lifetime-Experience.

Du bist nur so gut wie das Team, mit dem du arbeitest.

Learning 6: Hol alles aus jeder Hochzeit heraus

Wenn es schon so viel Arbeit ist, then it better be good.

Wenn du ohnehin so viel Energie in eine Hochzeit steckst, wenn du organisierst, koordinierst, rettest, führst, denkst, trägst und lieferst, dann muss am Ende auch etwas für dein Business entstehen. Zusätzlich zur wunderschönen Hochzeit für das Brautpaar braucht es Material, Sichtbarkeit, PR, Content, Portfolio, Beweise, Story und Vertrauen von potenziellen Brautpaaren.

Sonst arbeitest du immer nur für den einen Tag. Und danach ist es vorbei.

Bei dieser Hochzeit habe ich wirklich viel für unser Marketing herausholen können. Ja, es war hart, anstrengend und stressig. Ja, es gab Learnings. Aber es gab eben auch gute Ernte. Und das ist das Mindset, das ich dir mitgeben möchte: Jede Hochzeit ist eine Marketing Opportunity.

Dein Herbst beginnt nicht im Herbst. Dein Herbst beginnt während deiner Hochzeiten. Wenn du während der Saison nur rennst, rettest und funktionierst, aber nichts strategisch sammelst, sitzt du später wieder da und denkst: Was soll ich posten? Warum habe ich kein gutes Material? Warum sieht mein Portfolio nicht nach dem aus, was ich eigentlich anziehen will?

Genau das willst du verhindern.

Eine Hochzeit ist niemals nur eine Hochzeit

Diese Luxushochzeit war wunderschön. Sie war komplex. Sie war anstrengend. Sie hat mir wieder gezeigt, wie wichtig Klarheit, Teamwork, Kommunikation, Gesundheit, Selbstführung und strategisches Marketing sind.

Und sie hat mir wieder einmal bestätigt: Eine Hochzeit ist niemals nur eine Hochzeit. Sie ist ein Erlebnis für das Brautpaar. Sie ist ein Projekt für dein Team. Sie ist ein Test für deine Prozesse. Sie ist ein Spiegel für deine Führung und dein Selbstwertgefühl. Und sie ist eine Bühne für deine Marke.

Wenn du also gerade mitten in der Hochzeitssaison bist, dann frag dich: Was lerne ich gerade? Was muss ich beim nächsten Mal klarer machen? Wo brauche ich bessere Grenzen? Wo brauche ich ein stärkeres Team? Wo muss ich besser briefen? Und was kann ich aus dieser Hochzeit für mein zukünftiges Marketing mitnehmen?

Denn genau dort entsteht Wachstum.

Wenn du lernen möchtest, wie du während deiner Hochzeitssaison mehr aus deinen Hochzeiten herausholst, damit du im Herbst und Winter nicht wieder bei null startest, dann hol dir meinen Hochzeitssaison-Smart-Kurs. Dort geht es genau darum: deine Hochzeiten nicht nur abzuarbeiten, sondern sie strategisch für dein zukünftiges Hochzeitsbusiness zu nutzen.

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Alles Liebe

Eli

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